Yoga

Philosophie

Was ist Yoga? Das Sanskritwort “yoga” heißt verbinden, vereinigen. Im engeren Sinne ist damit die Verbindung von der individuellen Seele mit dem Kosmischen Geist oder Gott gemeint.

“To live in God, to commune with God, is Yoga. Life in God brings eternal bliss. Yoga shows you the way. Yoga unites you with God. Yoga makes you immortal. Yoga is complete life. It is a method which overhauls all the sides of the human personality. Yoga is a system of integral education, education not only of the body and the mind or the intellect, but also of the inner spirit. […] Yoga is a science perfected by ancient seers of India, not of India merely, but of humanity as a whole. It is an exact science. It is a perfect, practical system of self-culture.” (Swami Sivananda, Bliss Divine; The Divine Life Society, p. 553)

O Dhananjaya (Arjuna), remaining immersed in yoga, perform all actions, forsaking attachment (to their fruits), being indifferent to success and failure. This mental evenness is termed yoga. ‘Oh winner of wealth!’ intoxicated with the joy of divine union, perform dutifully all your actions without being attached to the outcome, whether of success or failure. […] The word yoga signifies the perfect poise or mental evenness that is the result of communion of the mind with Spirit. Yoga indicates also the spiritual technique of meditation through which one attains union with Spirit. Yoga signifies, further, any act that leads to this divine union. Mental evenness is the native state of the soul. The ordinary man, by identifying himself with the world, divorces his consciousness from union with Spirit.” (Paramhansa Yogananda, God Talks With Arjuna-The Bhagavad Gita; Self-Realization Fellowship, p. 287; Chapter II, Verse 48)

Chitta vritti nirodha. – Yoga ist die Kontrolle der Fluktuationen des Geistes.” (Patanjali, Yoga Sutra I.2)

Die obigen Zitate sind nur Beispiele für Definitionen des Begriffes “Yoga”, um zu zeigen, dass es gar nicht einfach ist, eine Antwort auf die Frage “Was ist Yoga?” zu finden. Im Westen kennen wir den Begriff “Yoga” oft nur im Zusammenhang mit körperlichen Übungen. Und das ist nicht unrichtig, denn die Yoga-Wissenschaft umfasst tatsächlich körperliche Übungen (Hatha Yoga), aber das ist lediglich ein Aspekt des Yoga.

Man unterscheidet vier große Yoga-Systeme, Karma Yoga (der Weg der Handlung), Bhakti Yoga (der Weg der Andacht und Hingabe), Raja Yoga (die Wissenschaft der Kontrolle des Geistes) und Jnana Yoga (der Weg der Weisheit).

Karma Yoga ist der Yoga des Handelns. Durch selbstloses Handeln, ohne die Früchte unserer Arbeit ernten zu wollen, reinigen wir unser Herz und bezwingen das Ego.
“Indem die yogis Anhaftung aufgeben, handeln sie mit Körper, Geist, Intelligenz und sogar den Sinnen nur, um geläutert zu werden.” (Sri Bhaktivedanta Swami Prabuphada, Bhagavad Gita wie sie ist; The Bhaktivedanta Book Trust, s. 121; Kapitel V, Vers 11)

Bhakti Yoga ist der Yoga der Hingabe und göttlichen Liebe. Durch Gebet, Gesand und Verehrung wird das Bewusstsein auf das Göttliche gerichtet. Ein wichtiger Teil des Bhakti Yoga ist das Singen und Rezitieren von Mantren (Japa, Kirtana, Bhajan, Puja, Seva).

Raja Yoga (eine der sechs orthodoxen Schulen der hinduistischen Philosophie; die anderen Schulen sind Sankhya, Vedanta, Mimamsa, Nyaya and Vaisesika) basiert auf den Yoga Sutren des Patanjali. Raja Yoga (“royal yoga”) wird auch als Ashtanga Yoga (“ashta” heißt “acht” und “anga” heißt “Glied”, “Teil”). Es bedient sich hauptsächlich der Meditation und hat das Erlangen körperlicher und geistiger Kontrolle zum Ziel.

Die acht Glieder sind:

  • Yama (Ethik; Ahimsa (Gewaltlosigkeit), Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (Nicht-Stehlen), Brahmacharya (Enthaltsamkeit) und Aparigraha (Nicht-Besitzen))
  • Niyama (Verhaltenskodex; Shauca (Reinlichkeit), Samtosha (Genügsamkeit), Tapas (Achtsamkeit), Svadhyaya (Selbstreflexion) und Ishvarapranidhana (Gottvertrauen))
  • Asana (Patanjali beschreibt lediglich eine aufrechte, bequeme Sitzposition. Die diversen Körperübungen des Hatha Yoga sind eine viel spätere Entwicklung)
  • Pranayama (Kontrolle des Atems)
  • Pratyahara (Zurückziehen der Sinne)
  • Dharana (Konzentration)
  • Dhyana (Meditation)
  • Samadhi (Erleuchtung, Vereinigung mit Gott)

Jnana Yoga ist der Yoga der Weisheit.
Dieser Yoga erfordert große Stärke, Willenskraft und Intellekt. Der Jnana Yogi bedient sich seines Geistes um die eigene Natur zu erforschen.
Jnana Yoga, auch “Weg des Wissens” genannt, ist das Streben nach Erkenntnis der letzten Wahrheit, um Erlösung (Moksha) vom Kreislauf der Wiedergeburten zu erlangen. Nach hinduistischem Verständnis ist die Wurzel von allem Übel Avidya, das „Nichtwissen“, und dieses wiederum die Ursache für die Wiedergeburt. Nicht theoretische Gelehrsamkeit und Anhäufung von Einzelwissen ist das Ziel, sondern Weisheit. Das Mahabharata beschreibt den Unterschied bildlich: „Wer nicht erkennt, sondern nur vieles gehört hat, kann den Sinn der Schriften nicht verstehen, so wie ein Löffel nichts vom Geschmack der Suppe weiß“(MB.II,55,1). Nach dem Advaita, der vorherrschenden hinduistischen Philosophie, ist dieses Wissen stets vorhanden, es braucht nicht erworben, sondern nur enthüllt zu werden.” (http://de.wikipedia.org/wiki/Jnana_Yoga)

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Asanas

Hatha Yoga (“ha” bedeutet “Sonne” und “tha” bedeutet “Mond”) ist der Yoga der Körperübungen. Es wurde zum ersten Mal vorgestellt von dem Yogi Swatmarama (ein yogischer Heiliger, der im 15. Jahrhundert lebte und die “Hatha Yoga Prapidika” niederschrieb). Dieses Yogasystem konzentriert sich auf das dritte und vierte Glied des Raja Yoga, Asanas und Pranayama.

Das Hauptziel des Hatha Yoga ist, wie in allen anderen Yogasystemen, die Wiedervereinigung mit Gott. Durch das regelmäßige Praktizieren von Asanas, Pranayama und Meditation wird versucht, ein Gleichgewicht zwischen Geist und Körper zu erreichen, das zu Gelassenheit, Gleichgewicht und innerer Stärke führt.

Hatha Yoga umfasst verschiedene Yogastile, wie Power Yoga, Bikram Yoga, Kundalini Yoga, Ashtanga Yoga (entwickelt von Sri K. Pattabhi Jois), etc.

                

           

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Pranayama

Die vierte Stufe des Raja Yoga. Durch gezielte Atemübungen sollen Körper und Geist verbunden werden. Hatha Yoga beeinhaltet viele verschiedene Atemübungen, um Kontrolle über den Geist zu erlangen.
“Prana” bedeutet “Lebensenergie”, “ayama” heißt “kontrollieren” oder “erweitern”.
“Der Begriff „Pranayama“ bezeichnet also die bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung durch Achtsamkeit und beständiges Üben. Da die Atmung Träger der Lebensenergie ist, kann man Prana auch mit „Atem“ übersetzen – im ursprünglichen Gebrauch hat der Begriff jedoch ein größeres Bedeutungsspektrum. Eine fortdauernde Konzentration auf die Vorgänge der Atmung und bewusst ausgeführte Atemtechniken können die Prozesse des Bewusstseins beeinflussen. Ähnliche Effekte werden auch bei zahlreichen Meditations- und Entspannungstechniken beobachtet.” (http://de.wikipedia.org/wiki/Pranayama)
Pranayama hat außerdem viele positive Auswirkungen auf den Körper, es beseitigt alle möglichen Krankheiten, stärkt die Gesundheit, belebt die Nerven und erweckt Kundalini Sakti.

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Meditation

“Meditation is the only royal road to the attainment of salvation or Moksha. It is a mysterious ladder which reaches from earth to heaven, from error to truth, from darkness to light, from pain to bliss, from restlessness to abiding peace, from ignorance to knowledge. From mortality to immortality.” (Swami Sivananda, Bliss Divine; The Divine Life Society, p. 337)

Meditation ist die siebte Stufe des Raja Yoga (Dhyana) und sein Hauptziel ist die Beruhigung des Geistes, ihn von allem Weltlichen zurückzuziehen, sogar vom Körper und ihn einzig auf Gott zu konzentrieren. Die stille Rezitation eines Mantras oder das Konzentrieren auf einen Klang oder den Atem, können dabei helfen, den Geist zur Ruhe zu bringen.

Um zu meditieren sucht man sich am besten einen stillen, abgelegenen Ort, an dem man ungestört ist. Man setzt sich mit gekreuzten Beinen (Sukhasana), in den Halblotus (Ardha Padmasana) oder in den Lotussitz (Padmasana). Der Rücken sollen gerade und aufrecht sein, die Schultern locker. Um bequemer zu sitzen, kann man sich auf eine Decke oder ein Kissen setzen. Man schließt die Augen und befreit sich von allen Gefühlen. Dann versucht man, sich auf die Silbe “Om”, ein Mantra oder den Atem zu konzentrieren und den Geist zu beruhigen. Wenn er wandert, holt man ihn sanft wieder zurück.

Die Meditation hat viele vorteilige Auswirkungen, wie zum Beispiel Beruhigung der Atmung, Senkung des Blutdruckes und Reduktion von Stress, sowie Aufbau von Stressresistenz. Außerdem sinkt das Schlafbedürfnis des Körpers bei regelmäßiger Meditation. Das sind lediglich ein paar wenige der vielen positiven Einflüsse, die die Meditation auf alle Lebensbereiche hat.

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Yoga Literatur

Für weitere Informationen, hier eine Auswahl empfehlenswerter Bücher:

  • Paramhansa Yogananda – Autobiographie eines Yogi
  • Paramhansa Yogananda – Gott spricht mit Arjuna – Bhagavad Gita
  • Swami Sri Yukteswar – Die heilige Weisheit
  • Sri Bhaktivedanta Swami Prabuphada – Bhagavad Gita wie sie ist
  • Sri Swami Sivananda – Bhagavad Gita
  • Sri Swami Sivananda – Göttliche Erkenntnis
  • Swami Vishnudevananda – Das große illustrierte Yogabuch
  • I. K. Taimni – The Science of Yoga
  • Leslie Kaminoff – Yoga Anatomie
  • Armin Risi – Gott und die Götter
  • Armin Risi – Unsichtbare Welten

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